Entstehung

Welche Faktoren tragen zur Krebsentstehung bei? Um das zu erforschen untersuchen wir, was auf der molekularen Ebene passiert, bevor Krebs entsteht. 

Unsere zwei Hauptprojekte basieren hier auf (gesunden) BRCA1/2 Mutationsträgerinnen, welche ein erhöhtes Risiko haben, an Krebs zu erkranken:

  • 65% der BRCA1 Mutationsträgerinnen entwickeln Eierstockkrebs.

  • 80% der BRCA1 Mutationsträgerinnen entwickeln Brustkrebs.

Die Untersuchung gesunder BRCA1/2 Mutationsträgerinnen hilft uns, de molekularen Grundlagen, welche zur Krebsformation beitragen, zu verstehen.

BRCA UNITE und BRCA PROTECT

In BRCA UNITE untersuchen wir, welche externen, nicht-zellautonomen Faktoren zur Krebsentstehung in BRCA Mutationsträgerinnen beitragen. In BRCA PROTECT erforschen wir, wie diese externen Faktoren zu einer epigenetischen Reprogrammierung der Gewebe mit erhöhtem Krebsrisiko führen.

Keimbahnmutationen (meist von unseren Eltern vererbt) der Gene BRCA1 und BRCA2 resultieren in einer Beeinträchtigung der normalen DNA Reparatur: in jeder unserer Zellen passieren pro Tag viele kleine „Fehlkopien“ oder Brüche an der DNA, diese werden jedoch von unserer Zelleigenen DNA-Reparatur-Maschinerie meist schnell behoben.  BRCA1 und BRCA2 Mutationen führen zu einem erhöhten Krebsrisiko vor allem für Brust- und Eierstockkrebs. Allerdings wird die DNA-Reparaturmaschinerie in jeder Zelle verwendet (besonders häufig zum Beispiel in sich häufig teilenden Darm- und Knochenmarkszellen), also erklärt eine Beeinträchtigung dieses Prozesses allein nicht, wieso Mutationsträgerinnen an Brust- und Eierstockkrebs (und nicht Darm- oder Knochenmarkkrebs) erkranken.

Deswegen untersuchen wir, welche zusätzlichen Faktoren zur Krebserkrankung in BRCA Mutationsträgerinnen beitragen (BRCA UNITE Projekt) und welche Rolle die DNA Methylierung bei der Krebsentstehung spielt. Solche zusätzlichen Risikofaktoren sind zum Beispiel Hormoninbalancen, das Immunsystem oder ein verändertes Mikrobiom im Darm, welche letzten Endes die Risikoorgane Brust und Eierstock beeinflussen können.

Diese Projekte werden The Eve Appeal und dem European Research Council (im Rahmen des Horizon 2020 Research and Innovation Programme, Grant Agreement 742432) unterstützt.

Vision 2040

Frauenkrebserkrankungen sollen 2040 eine Erkrankung der Vergangenheit sein.